Couchsurfer’s guide to Europython (Teil 2)


Fortsetzung von Couchsurfer’s guide to Europyhton (Teil 1)

Birmingham Hafen

Kanal und Vergnügungsviertel (nahe der Mailbox)


guido

Guido van Rossum


Am Sonntag Abend tauchte Guido van Rossum persönlich auf der Europython-Konferenz auf und ging mit uns Bier trinken zu den Lokalen am „Hafen“ von Birmingham. Auf dem Weg dorthin wurde Guido beim überqueren eines Zebrastreifens fast von einem Auto überfahren („I will manage to get myself killed here“) da auf der ganzen Insel alle Autos prinzipiell auf der falschen Straßenseite fahren.
Guido hat einen 8-jährigen Sohn, der aber noch nicht Python programmiert sondern das Internet benutzt um sich die neuesten Spielzueuge der Firma Lego anzuschauen.

Indisch essen

radisson-Hotesl

Radisson Hotel


Ich verabschiedete mich vorzeitig um meinen Couchsurfing – Gastgeber zu treffen, der sich um eine Stunde verspätete, er musste eine Nachbarin ins Spital fahren. Die Wartezeit verbrachte ich mondän in der Bar des Raddisson-Hotels wo ich mich mit dem Barkeeper über dessen Sozialprojekt für kriminelle Jugendliche unterhielt. Während wir uns so angeregt unterhielten mussten einige Hotelgäste auf Ihre Getränke warten. Als sich ein Gast beschwerte meinte der Barkeeper lässig dass die (schon bezahlten) Getränke die ganze Zeit auf ihn an der Bar gewartet hätten… wahrscheinlich war der Hotelgast das britische Selbstbedienungskonzept nicht gewohnt.

Mein Gastgeber stammte aus Indien und war traurig da seine Freundin fern von ihm in Indien studiert während er „underpaid and overworked“ für eine Stadtplanungsfirma in Birmingham an Projekten arbeitet die nicht realisiert werden. Seine Freundin hatte ihm zur Stimmungsaufhellung ein Kino-Abo geschenkt uns so beendeten wir den Tag nicht in einem Pub sondern in einem Kino mit dem Film „Predators„. Der Film war derart unlogisch und trashig dass wir schon nach einer Stunde bei fast jeder Szene hilflos kicherten und äußerst gut gelaunt in der WG meines Gastgebers ankamen, wo folgendes Video über indisches „Mix Food“ (eine Art Salzgebäck) entstand:

Europython Konferenz

Am Montag fing die eigentliche Europython-Konferenz an, alle Teilnehmer bekamen eine Tasche, ein Python-Pickerl, Werbematerial, ein Häferl und ein T-Shirt. Außerdem gab es praktisch ständig einen Tisch mit Tee, Kaffee und Keksen.

Teetisch

Tee und Kekse waren ständig verfügbar

Ich meldete mich gleich für einen Lightning-Talk an (Redezeit 5 Minuten) zum Thema ThePythonGameBook und verbrachte den Rest des Tages bei den Keynotes (wo alle Teilnehmer gemeinsam einem Vortrag zuhören) und den einzelnen Vorträgen (wovon immer mehrere gleichzeitig stattfanden). Da ich viele Mitarbeiter für mein PythonGameBook gewinnen wollte war es mir wichtiger vor allen Konferenzteilnehmern kurz aufzutreten als vor wenigen Teilnehmern länger zu sprechen, so wie ich es letztes Jahr bei meinem QCake-Vortrag getan hatte.

talk

Eintragetafel für geplante Lightning-Talks

Vortragsnomaden

In der Begrüßungstasche für Konferenzteilnehmer befand sich kein Plan mit den Vorlesungen… die hatten sich durch Absagen und notwendiges Umorganisieren so stark gegenüber dem ursprünglichen Plan verändert dass sie nur online erhältlich waren. Da die rund 400 Teilnehmer (davon circa 10 Frauen) das Wlan überlasteten war die einzige Möglichkeit zu erfahren wann wo welcher Vortrag stattfand das studieren der aufgeklebten Zettel an den Wänden.
Die Titel der Veranstaltungen waren leider oft sehr nichtssagend und eine genauere Beschreibung des Talks gabe es nur online. Taktisch klug wäre es gewesen, schon in der Früh im Hotel den funktionierenden Internetzugang zu nutzen um sich dank aktualisierter Europython-Website einen genauen individuelle Stundenplan für den Tag zurecht zu legen.
Einige Vorträge mit tollen Titeln stellten sich als langweilig heraus; andererseits erzählten mir Kollegen von Vorträgen die trotz nichtssagender Titel toll gewesen wären.
Je nachdem ob die Lüftung im Saal funktionierte wurde einem im Vortragssaal entweder kalt oder man wurde mangels Sauerstoff schnell müde. Strom zum Aufladen von Handys / Laptops gab es nur auf den kleinen Tischchen im Gang und in den größeren Vortragshallen, wo einige Stecktdosenverteiler ausgerollt wurden. Als Veteran hatte ich meinen Stromadapter dabei. Schließlich ging ich dazu über einen einmal eroberten günstigen Platz (Beine ausstrecken können, gute Sicht, Ausgang in Reichweite, eigenes Stromkabel, gute Luftqualität, nicht zu zugig) höher zu bewerten als einen möglicherweise spannenden Vortrag in einem anderen Saal.
Nicht unbedingt eine schlechte Strategie, da ich so mit neuen Themen konfrontiert wurde für die ich mich bisher noch nicht interessiert hatte.

gang

Der Gang zwischen den Vortragssälen.

Auf den Gängen zwischen den Vorträgen entwickelten sich ständig interessante Gespräche, es galt bekannte Gesichter zu Begrüßen, Freundschaften zu pflegen, spontan entstandene Programmierprojekte zu bestaunen, Bücherstände zu durchwühlen und Tee zu trinken.
Die Mittagsessensausgabe fand in der Mensa der Musikuni statt, da dort aber nicht genug Platz für 400 Leute war musste man mit Plastiktellern beladen über eine Treppe hinunter zu den Vortragssälen wandern und sich entweder am Gang oder in einem der Sääle einen Platz suchen. Da ich nicht gerne neben Essensresten mit meinen Computer arbeite fand ich schließlich einen kleinen Park mit gemütlichen Sitzbänken.

Mein couchsurfing-Gastgeber für Montag und Dienstag war ein schon etwas älterer Herr der Frühschicht bei Jaguar arbeitete und eines der typischen roten Backsteinhäuschen bewohnte. In der 2. Nacht lag er hustend am Sofa und erzählte mir dass er in einem öffentlichen Schwimmbad baden war und das Wasser dort so schlecht gereinigt wurde dass es ihm jetzt schlecht gehe. Die mangelnde Qualität der Schwimmbäder wurde mir von anderen Couchsurfern bestätigt, selbst habe ich keine Erfahrung mit Schwimmbädern in Birmingham gesammelt.

Ich lernte mich mit dem sehr gut funktionierenden Doppeldecker-Buslinien zurechtzufinden.

Lightning-Talk

Den Dienstag vormittag verbrachte ich damit meinen Lightning-Talk vorzubereiten (Open-Office und pdf) und mit einem Ohr den Vorträgen zuzuhören. Da mein Netbook-Akku genau vor meinem Vortrag schwach wurde und ich (wie üblich) Schwierigkeiten hatte den Beamer zur Zusammenarbeit mit meinem Netbook zu bewegen kramte ich schließlich meinen USB-Stick heraus, überließ einem anderem Redner den Vortritt (Sehr guter Vortrag über das Moin-Moin-Wiki) und zeigte meinen (pdf) Vortrag mit Hilfe des Laptops meines Vorredners. Nächstes Mal lasse ich mein Netbook vielleicht gleich zu Hause, zum Surfen reicht ein besseres Handy aus.
Mein Lightning Talk – Ich bat um Mitarbeit bei meinem ThePythonGameBook-Projekt- bekam viel Applaus und ich erntete sogar ein paar Lacher.

Slides zum Talk

Während der ganzen Konferenz sprachen mich Teilnehmer an und wussten von meinem Projekt, die Entscheidung einen Lightning-Talk vor allen zu halten anstatt einem Vortrag vor einigen war richtig.

Fortsetzung: Teil 3

Über Horst JENS

teaching open source game programming to kids
Dieser Beitrag wurde unter Reportage abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Couchsurfer’s guide to Europython (Teil 2)

  1. Pingback: Couchsurfer’s guide to Europython (Teil 1) | Spielend programmieren Blog

  2. Pingback: Couchsurfer’s guide to Europython (Teil 3) | Spielend programmieren Blog

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s