Cccamp Tag2


Mein 2. Tag am Chaos-Communication-Camp (cccamp11) bei Berlin.

Da ich gestern gegen 20:00 eingeschlafen bin wache ich um 4:00 in der Frü putzmunter auf und komme mir vor wie in einem Videspiel: überall bunte Lichter, leise Musik und kichernde Nerds. Im „Leiwandville“, dem Gemeinschaftszelt vom Wiener Metalab wird noch eifrig diskutiert (die Sprechgeschwindigkeit ist allerdings deutlich reduziert).

Im rund um die Uhr offenen Hacker-Hangar (fotografieren verboten!) finde ich einen freien Stromanschluss, excellente W-Lan Verbindung und kleine Leselampen, ähnlich wie in einer Universitätsbibliothek. Lediglich Wärme ist Mangelware – für August ist es sehr kalt und verregnet. Lieber frieren als offline sein !

Laut Camp-Wiki sollte man keine wichtigen Daten ueber das WLan senden, da auch https – Verbindungen von Hackern als sportliche Herausforderung gesehen werden. Ich riskiere den Verlust sämtlicher gmail Passwörter, da ich nur mein N900 Smartphone mitgenommen habe und mein Netbook aus Gewichtsgründen in Wien blieb. Jetzt vermisse ich mein Netbook da mein Smartphon keinen Ethernetkabelanschluss hat, sondern nur unsicheres W-Lan.

Vortäge und Workshops

In zwei Hangars gleichzeitig gibt es von Mittags bis Mitternacht ständig Vorträge, zusätzlich finden noch kleinere Workshops statt. Vormittags schläft das Camp.
Da der Arduino-Workshop bereits voll ist wandere ich eher zufällig in einen CUBESAT – Vortrag:

Ein Team von Wissenschaftlern sucht Freiwillige Helfer für das Cubesat Projekt: Eine Reihe von kleinen, billigen Satelliten mit genau 10x10x10 cm Seitenlänge. Die Wissenschaftler bauen die Satelliten u.a. Zur Aerosol-Messung in der Athmosphäre ; sie vefrsprechen dass alle Daten des Projekts frei zur Verfügung gestellt werden.

Raumfahrt

Überhaupt ist das Motto vom Camp und von vielen Vorträgen Raumfahrt: nicht wie im letzten Jahrtausend gesteuert von allmächtigen Regierungsprogrammen sondern dezentral, finanziert und kontrolliert „von unten“, von Hackern und Bastlern.

Jeder Campbesucher bekommt am Eingang eine kleine Platine zum Umhängen die aussueht wie eine Rakete. Mit Hilfe ffreundlicher Metalabbler gelingt mir der Zusammenbau. Die Platine kann auf Wunsch meinen Namen auf einem Kleinen Monitor anzeigen, meinen Standort funken, mit LED-Lichtern leuchten und einiges mehr.

Mad Max

Zwischen herumfliegenden Quadcopter-Eigenbau-Drohnen, internationalem Stimmengewirr, martialischen DDR Panzern und Kampfjets sowie den teils aufwendig blinkenden Kunstinstallationen fühle ich mich mehr und mehr wie in einem „Mad Max“ oder Cyberpunk Film aus den 80ern.

Wenn in Europa jemals Cyborgs gesichtet werden oder sich „Decker“ eine Datenleitung in die Schläfe implantieren lassen dann sicherlich hier, am Cccamp und nicht irgendwo anders.

Arbeitsmoral sinkt

Eigentlich hatte ich vorgehabt viele Vorträge und Workshops zu besuchen, Interviews für den Podcast zu machen und interessante Entwicklungen zu recherchieren. Stattdessen reagiere ich mehr und mehr wie eine Figur in einem Videospiel, gesteuert von Needs (Essen, Schlafen, Klo, Duschen, Gesellschaft, Strom, WLan, Neugierde, Wärme (=Schlafsack), Lesen, Plaudern), und Zufallsbegegnungen. kein Ort im Camp kann alle Needs gleichzeitig bedffriedigen, uns so wandere ich den ganzen Tag herum, ohne das Camp je zu vedrlassen.

Medien

Anstatt Interviews zu machen werde ich vom camp-Fernsehteam mit 2 Kameras gleichzeitig interviewt (der Interviewer wirkt unausgeschlafen und hört sich selbt gerne reden) und plaudere mit einer Reporterin vom bayrischen Rundfunk.

Sie erzählt mir dass ihr Fernsehsender meist mit fest angestellten Teams arbeitet die zu wichtigen Events geschickt werden, meist um Material für eine Themensendung auf Vorrat zu drehen. Selbstständige Teams die auf eigene Faust arbeiten gibt es eher selten. Und wenn, dann probieren diese Teams zuerst die Finanzierung zu sichern bevor sie anfangen zu arbeiten. Ich frage wie dann von Ereignissen berichtet wird die sich nicht vorher ank&uendigen. „Wir zeigen Youtube Videdos“.

Geld

Die Finanzkrise beschäftigt auch die Nerds, das zeigt der Vortag „The Future of money“ welcher extrem gut besucht ist. Fazit (Links folgen noch) Bitcoin und Flattr sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Gebastelt wird derzeit (u.a. In Portugal) an eigenen (Sub)-Währungenwie dem „Cultos“ und an eigenen Banken. Ziel ist es die Transaktion von Dienstleistungen und Waren unabhängig von einer zentralen Organisation zu machen.

Je mehr alternative Währungssysteme entstehen desto eher wird ein (Wechselkurs) Markt zwischen diesen Wärungssystemen enstehen.

Der Cultos z. b. Dient zum finanzieren von Kunstprojekten und Künstlern. Man kann di cultos sofort nach Erhalt in Euros wechseln (zu einem schlechten Kurs) oder man kann 120 Tage warten und zum vollen Kurs in Euros wechseln. Oder man kann sofort ohne Kursverlust andere (Kunst)projekte mit Cultos bezahlen.

dieser Blogeintrag wird in einigen Tagen noch mit Fotos, Videos, Links und noch mehr Text ergänzt.

Über Horst JENS

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