Flattr vs. Kachingle



Kachingle Logo. Bildquelle: wikipedia

vs.
flattr logo

Flattr Logo. Bildquelle: Wikipedia

Im Rahmen des Wiener PodcastBarcamps gestern hatte ich die einmalige Gelegenheit, der via Skype zugeschalteten Pressesprecherin Anika „Cool Nerd Queen“ Erdmann vom Micropayment – Dienst Kachingle ein paar Fragen zu stellen.

Hintergrund: Sowohl Flattr als auch Kachingle sind im Prinzip Micropayment-Dienste die es beide erlauben, mit Hilfe einer Art selbstbezahlter Kultur-Flatrate beliebig viele Webseiten pro Monat zu bezahlen, daher mit Micropayments zu beglücken. Je mehr Leute dabei mitmachen, desto mehr Microbeträge sammeln sich für die Webseitenbetreiber an. Ein (Co)Finanzierungsmodell, welches speziell für Autoren von Blogs und Podcasts hochinteressant ist. Der Traum jedes Micropayment-Nutzers ist es natürlich für die eigenen Inhalte mehr Geld zu bekommen als man für Inhalte anderer Leute ausgibt. Dies kann sich alleine mathematisch gesehen nicht ausgehen; Micropayment lebt davon dass viele „Konsumenten“ wenigen „Produzenten“ von Web-Content ein finanzielles „Dankeschön“ zukommen lassen.

Videos

[youtube:http://youtu.be/9zrMlEEWBgY%5D
[youtube:http://youtu.be/wKX7dPzF0o8%5D

Unterschiede

Seit einigen Monaten benutze ich Flattr, bin recht begeistert davon und kenne mich einigermaßen aus damit. Von Kachingle wusste ich zwar dass es existiert, kannte aber keine Details.

Nachdem die Skype-Verbindung zustande kam hatten wir 3 (später 4) versammelte Nerds das Vergnügen eine Powerpoint-Präsentation zum Thema Kachingle via Skype anzuschauen und Frau Erdmann’s Vortrag zu lauschen. Die Präsentation war eher allgemein gehalten und erklärte das Prinzip von Micropayments.

Von der anschließenden Möglichkeit via Skype Fragen zu stellen machte ich reichlich Gebrauch. Vor allem interessierte ich mich für die Unterschiede zwischen Kachingle und Flattr.

Ich habe die Unterschiede in folgender Tabelle zusammengefasst.
Alle Angaben beruhen auf meinen Erinnerungen an das Gespräch und auf meinen derzeitigen Kenntnisstand bezüglich Flattr. Ungenauigkeiten bitte ich im Voraus zu entschuldigen. Die Natur der Dienste bedingt es dass sowohl an Flattr als auch an Kachingle ständig weiterentwickelt wird und die Unterschiede daher nur eine derzeitige Momentaufnahme darstellen.

Flattr Kachingle
Währung Euro (€) US-Dollar ($)
Monatlicher Mindestbeitrag 2 € 5 US$
monatlicher Maximalbetrag nach oben offen 5 US$
Bezahlung / stopp Einmalig aufladen per Überweisung oder Kreditkarte. Stoppt automatisch wenn Flattr-Konto leer ist. „Dauerauftrag“ per PayPal (Kreditkarte). Muss händisch gestoppt werden.
Eigenanteil 10% der Einnahmen behält Flattr 15% der Einnahmen behält Kachingle (inkludiert Paypal Gebühren)
Quantität Jede Website deren Flattr-Button gedrückt wurde bekommt 1 Flattr-Anteil pro Monat, egal wie oft die Seite in diesem Monat besucht wurde. Jede Website die mit Kachingle Browser-Extension besucht wurde bekommt pro Besuch einen Kachingle-Anteil. Eine Seite die öfter pro Monat besucht wurde bekommt mehr Anteile als eine Seite die selten besucht wurde.
Technik Flattr-Button (sofern vorhanden) muss geklickt werden oder subscribed sein. Browser-Extension muss beim Surfen benutzt werden oder Kachingle „Medallion“-Button (sofern vorhanden) muss geklickt werden.
subscriben im Voraus möglich bis zu 12 Monate im Voraus möglich (Flattr-Button 2x klicken Zur Zeit nicht möglich
falls einen Monat lang nichts geklickt wurde Geld wird einer voreingestellten Charity gespendet. Das Geld wird dann anhand des Kachingle Verhalten des Vormonats ausgeteilt.
nicht-teilnehmende Webseiten bezahlen Möglich sofern ein Twitter-Account vorhanden ist. Seitenbetreiber wird informiert von Flattr. Möglich per „Kachingle Anything“. Seitenbetreiber wird informiert von Kachingle.

Fazit

Der größte „philosophische“ Unterschied zwischen Flattr und Kachingle besteht zur Zeit darin dass Kachingle auf das Surfen mit Kachingle-Browser-Extension setzt und Flattr auf das „klick den Flattr-Button“ Modell. Bei Kachingle registriert die Browser-Erweiterung automatisch wie oft pro Monat welche Website angesurft wurde und am Monatsende bekommt die Seite entsprechend viele Kachingle-Anteile vom Monatsbudget. Bei Flattr hingegen bekommt eine Seite sobald sie per Button „geflattrt“ wurde pro Monat nur einen Monatsanteil, unabhängig davon wie oft pro Monat die Seite angesurft wurde.

Abgesehen davon macht für mich derzeit Flattr den eindeutig ausgereifteren Eindruck und ist (die Entwickler kommen aus Schweden aus dem PirateBay-Umfeld) vor allem für europäische Nutzer brauchbarer, dank Unterstützung von Banküberweisungen und keinem Zwang zur Kreditkarte.

Vor allem sind es die technischen Kleinigkeiten die auf eine längere Erfahrung hindeuten welche mir Flattr sympathischer machen: Es ist möglich „im Voraus“ für einige Monate zu subscriben, ich muss keinen Dauerauftrag einrichten der automatisch Geld von meiner Kreditkarte abbucht, ich kann mein Monatsbudget erhöhen. Außerdem erlaubt es der Flattr-Button, in RSS-Feeds eingebaut zu werden (per html) während der Browser-Extension-Ansatz von Kachingle auf Mobilgeräten zur Zeit nicht zur Vefügung steht und dazu zwingt Websiten am Desktop-PC mit einem bestimmten Browser anzusurfen. (Flattern ist auch im Internetcafe oder per Smartphone möglich). Kachingle bietet zwar einen ähnlichen Ansatzu an (Kachingle-Medallions), laut Angaben der Pressesprecherin will Kachingle aber weg von den Buttons und sich auf die Browser-Extension konzentrieren.

Ausblick

Konkurrenz belebt das Geschäft und für den Micropayment-Markt kann es nicht zu wenig Werbung, Berichterstattung oder Konkurrenz geben. Im Sinne einer funktionierenden Marktwirtschaft werden sich Methoden und Konzepte die gut funktionieren durchsetzen und von den Mitbewerbern übernommen werden.

Kachingle sucht derzeit Java und PHP – Programmierer und wird sicherlich laufend verbessert und angepasst. Flattr wird ebenfalls ständig weiterentwickelt und könnte vom technischen Standpunkt durchaus ein System anbieten welches erlaubt einer oft besuchten Seite mehr Monatsanteile zu geben wie einer wenig besuchten Seite.

Dankeschön

Anika Erdmann, Pressesprecherin von Kachingle

An dieser Stelle möchte ich mich bei Fr. Erdmann bedanken die sich an einem Samstag Nachmittag Zeit für die Skype-Konferenz und für alle unsere Fragen genommen hat.

reich werden, Methoden:

Aus eigener Erfahrung (Flattr) kann ich bestätigen dass man tendenziell eher mehr Micropayment-Ausgaben als Einnahmen hat. Das spricht keineswegs gegen Micropayments; es ist vielmehr ein schönes Gefühl gut gemachten Web-Content finanziell unkompilziert belohnen zu können und es ist ein wunderbares Gefühl für selbstgemachten Web-Content finanziell belohnt zu werden.
Derzeit kenne ich folgende Methoden für Websitenbetreiber um Spenden entgegenzunehmen :

  • Spendenkonto: Veröffentlichung einer Kontonummer (Europa) oder einer Postanschrift
  • Kreditkarte / Paypal: Einbau eines PayPal-Buttons, meist mit vorgeschlagener Spendenhöhe (Kreditkarte erforderlich)
  • Flattr: Einbau eines Flattr-Buttons
  • Kachingle: Einbau eines Kachingle-Medallions bzw. Registrierung der Seite bei Kachingle
  • Bitcoin: Publizieren einer Bitcoin-Adresse

Links:

Yes you can flattr this:
Flattr this

Über Horst JENS

teaching open source game programming to kids
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