Fotos von der Game City


reichlich verspätet hier ein paar Fotos und meine Eindrücke von der GameCity 2012 im Wiener Rathaus.

Gamecity 2012 Besucherin

Gamecity 2012 Besucherin. Bitte auf das Bild klicken um das ganze Fotoalbum zu sehen

Meine Eindrücke

Dies war meine mittlerweile 3. und und vorletzte Gamecity. Ich habe voriges Jahr einen 3-Jahresvertrag mit den Gamecity-Veranstaltern abgeschlossen und zahle für einen Messetisch jedes Jahr einen vierstelligen Eurobetrag. Das dafür aufgewendete Geld steht in keinem Verhältnis zum Ertrag, deshalb wird 2013 meine letzte Gamecity-Präsenz sein – außer ich finde eine finanziell vernünftige Möglichkeit.

Zum Erfreulichen: Ich habe mehrere ehemalige Kunden von spielend-programmieren auf der GameCity getroffen, was mich naturgemäß sehr freute. Außerdem hatte ich Gelegenheit mit meinem Standnachbarn zu plaudern, dem sehr netten Chef vom Magazin Gamers.at. Mein Messestandplatz im Stiegenhaus (Feststiege2, 1. Stock, vor dem Festsaal, neben der Kinderzone) war unerwarteterweise besser als der Platz direkt beim Eingang den ich letztes Jahr hatte. Es liefen zwar etwas weniger Kunden an meinem Stand vorbei als 2011 (nicht alle GameCity Besucher finden in den 1. Stock), dafür hatten die Besucher welche herfanden mehr Zeit zum plaudern und mehr Interesse.

Wie schon letztes Jahr haben mich auch heuer die Jungs von Pixelnews interviewt:

Erstmals überhaupt hatte ich nicht nur Flyer aufliegen, sondern einen kompletten Folder. Im Folder mache ich nicht nur Werbung für meine Kurse sondern versuche auch die Bedeutung von freier Software )FLOSS: free/libre/open-source Software) für Laien und Gamer verständlich zu erklären. Mein Dank übrigens an die Druckerei Facultas welche buchstäblich in letzter Minute (einen Tag vor Messebeginn) meinen Druckauftrag annahm, korrigierte und „nehmen’s es gleich mit“ noch am selben Tag ausdruckte.

Visitenkarten-Fail

Anlässlich der Gamecity Messe hatte ich mich endlich dazu aufgerafft [[http://spielend-programmieren.at/_media/de:sonstiges:visitenkarte4.pdf|professionelle Visitenkarten]] bei [[http://www.flyeralarm.com/de/|Flyeralarm]] zu ordern. Leider gelang es mir nicht mehr rechtzeitig, von der Gamecity aus ( laut, schlechter Handyempfang, kein Internet ) die Nummer des UPS-Botendienstes im Webformular ausfindig zu machen um den Paketboten anstatt zu meinem Büro direkt zur Gamecity umzuleiten. Mein Paket mit 5.000 Visitenkarten landete deshalb am Flughafen Schwechat und wurde mir pünktlich nach Ende der Gamecity zugestellt. Für die nächsten Jahre bin ich auf jeden Fall ausreichend mit Visitenkarten versorgt.

mein Messestand auf der GameCity 2012

mein Messestand auf der GameCity 2012. Bitte auf das Bild klicken um das ganze Fotoalbum zu sehen

Untermieter FSFE

Vor der Messe hatte ich mehrere Organisationen Open-Source Organisationen angeschrieben (Open-Source-Experts der Wirtschaftskammer, Metalab, FSFE) ob sie mir mit Personal oder Werbematerial aushelfen können für meinen Messestand. Gemeldet hat letztendlich ein netter Freiwilliger von der Free Software Fondation Europe (Austria) mit (per Fahrrad transportierem!) Werbematerial und vor allem voller Enthusiasmus. Ich hatte (als eingefleischter Einzelunternehmer) plötzlich das erfreuliche Gefühl dass sich ein (unbezahlter!) Mitarbeiter wirklich für mich und meine Sache ins Zeug legt. Effektiv ist die Schnittmenge zwischen meinen Open-Source Programmierkurse und dem „Propaganda“-Material der FSFE sehr groß so dass sich keiner von uns beiden verrenken musste um für die jeweils andere Organisation/Firma Werbung zu machen. Besonders gut gingen die kleinen Aufkleber mit Gnu und Tux weg, sowie die gelben „iBad“ Warnaufkleber (eine Anspielung auf Apple).

Unangenehm fiel mir die Mentalität vieler Gamecity – Besucher auf, mit gefüllten Sackerln und großflächigen Wischbewegungen möglichst viel Gratis-Material „einzusackeln“ und gleichzeitig Kommunikationsversuche meinerseits mit „Hää?“ oder „HabtsKugelschreiberauch?“ zu beantworten. Wahrscheinlich bin ich mit meiner Ökoeinstellung auf einer Publikumsmesse fehl am Platz, aber mit tut es weh zu sehen wie meine Werbeprospekte – die mich Geld und Zeit gekostet haben- erst eingehamstert werden und danach achtlos weggeschmissen werden. Da teile ich lieber weniger Material aus und versuche stattdessen die Besucher in Gespräche zu verwickeln.

Spiele

Wie auf fast allen Messeständen gab es auch auf meinem Messestand genug Spiele zum ausprobieren. Teils selbstprogrammiertes bzw. von meinen Schülern erstellte Spiele, teils Open-Source Spiele. Leider fand ich nicht immer die richtige Mischung aus guter Grafik ( Hingucker ) , mangelnder Komplexität ( sofort-begreifbar ) und „gutem“ Inhalt ( Spiel hat mit meinen Kursen oder zumindest mit freier Software zu tun ). Da ich diesmal nur einen Publikums-Laptop mithatte konnte ich nicht wirklich Vergleiche machen und 2 Spiele nebeneinander laufen lassen um zu schauen welches Spiel die größere Masse von Schaulustigen anzieht.

Spiele die ich eigentlich nur als Technik-Demo konzipiert hatte wurden teils stark „bespielt“. In meinen Augen faszinierende Spiele ( z.B. Dungeon Crawl“>wurden vom Publikum ignoriert – wahrscheinlich weil der Spielsinn bzw dass es sich überhaupt um ein Spiel handelt nicht auf 100 Meter erkennbar ist. Grafisch aufwendische Spiele wie Spring (wahrscheinlich das einzige Real-Time-Strategy-Spiel außerhalb auf der Messe – ich war nicht im ab18 Bereich drin) erntete zwar viele Hingucker, war aber offenbar für viele Schaulustige zu komplex von der Steuerung her (Maus UND Tastatur, eigentlich RTS-Standard). Zwei jüngere Besucher spielten es dafür stundenlang, doch viele ältere Besucher fuhrwerkten ( ohne Kommunikationsversuch mit mir ) planlos mit der Maus herum, verstanden nicht sofort was am Bildschirm passiert und gingen weiter.

Möglicherweise gibt es eine Marktlücke für den Beruf eines „Gamecoaches“ um weiterführende (PC)-Computerspielkonzepte den Konsolengewöhnten Massen schmackhaft zu machen.

Screenshot von Minetest

Screenshot von Minetest. Bildrechte: Minetest (bitte auf das Bild klicken)

Erfreulich gut kam Minetest an, ein freier Open-Source Nachbau von Minecraft. ( Minecraft selbst wird laut Aussage seines Entwicklers „Notch“ auch Open-Source, sobald es sich nicht mehr verkäuft). Marketing-mäßig war mir Minetest ein bissl zu anstrengend da mir nach dem ca. hundertsten Dialog der Art:

Besucher: „Jöö – Minecraft“
Ich: „fast, es ist minetest“
Besucher: „??“
Ich: „ein open-source Nachbau von Minecraft“
Besucher: „?????“
Ich: „du kannst es eh ausprobieren“
Besucher: „nein, Minecraft ist fad. Weißt Du wie ich in den ab-18 Bereich hineinkomme ?“
Ich: „Klar. Bau eine Zeitmaschine und werd‘ 4 Jahre älter.“

einfach die Luft ausging. Mehrere versierte Minecraft/Minetest Spieler haben am Messetand Minetest gespielt und sich offenbar gut amüsiert.

Cosplay

Aufgefallen ist mir auf der diesjährigen Gamecity die gestiegene Anzahl von kostümierten Cosplayern. Zwar nicht so konzentriert wie auf der Aninite (siehe auch mein Bericht im Biertaucher-Podcast 067) aber deutlich sichtbar und augenscheinlich jedes Jahr mehr.

Fazit

Während ich mich schon auf die nächste GameCity 2013 freue (mit noch besserem Werbematerial und hoffentlich noch stärkerem Support von der FSFE) so bin ich auch nicht traurig darüber dass mein Vertrag mit den Gamecity-Veranstaltern nächstes Jahr ausläuft. Der Messestand hat für mich den Sinn gehabt Kunden direkt zu gewinnen ( nicht sehr erfolgreich ), mich selbst als Marke (Brand) zu etablieren ( teilweise erfolgreich ) sowie Kontakte zu knüpfen und Spaß zu haben (erfolgreich).

Und jetzt: Programmierkurs buchen oder zumindest auf diesen formschönen Flattr-Button draufklicken:
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Über Horst JENS

teaching open source game programming to kids
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