Froscon 8 (2013)


Froscon

Kurzer Bericht von der FrOSCon Linuxkonferenz in St. Augustin (FH Bonn-Rhein-Sieg) vom 21. bis 22. August 2013:

Hinweis: (M)einen Audio-Beitrag über die FrOSCon gibt es im Biertaucherpodcast 119.

Froscon 8. Bildrechte: Horst JENS, cc-by-sa

Dies war mein 2. Besuch auf der (sehr empfehlenswerten) FrOSCon Linuxkonferenz in Deutschland. Letztes Mal war ich 2010 dort und hielt einen Python/Pygame Workshop für Kinder. Diesmal war ich rein als Besucher dort, mein Kollege Florian hielt einen Vortrag zum Thema Smarthome (Open Source Haustechnik mit 6LoWPAN Funksteuerung).

SmartSarah Vortag von Florian Schweikert. Bildrechte: Horst JENS, cc-by-sa

Ganz bewusst wollte ich diesmal nicht viel Zeit in Vorträgen verbringen – ich hoffe darauf dass die interessanten Vorträge auf Youtube online gestellt werden – sondern Leute und Technologien kennenlernen.

Da wir schon am Freitag Abend vor Ort waren wurde ich gleich als Helfer angeworben, bekam ein grünes „Froscon Crew“ T-Shirt und einen Rundgang über das FH-Gelände mit Erklärungen. Am Samstag in der Früh ging es los, mein erster Job war es heißes Wasser in einen Teekessel einzufüllen – die vielen Helfer und Vortragenden werden in einem eigenen „VIP Catering“ Bereich verköstigt. Danach hatte ich eine 2 Stunden Schicht am „Info-Point“, der immer von 2 Menschen gleichzeitig besetzt sein musste. Unter anderem bewachte ich eine Kassa und mußte Bargeld gegen Hotel- und Spesenrechnungen eintauschen. Am Infopoint lagen Stapelweise Exemplare (aktueller) Computerfachzeitschriften, welche ich fleißig austeilte (u.a. LinuxUser, Raspberry Pi Sonderheft etc.).

Ich bin Froscon-Helfer. Bildquelle: Horst JENS. Bildrechte: cc-by-sa

Nach mehreren Rundgängen durch das FrOSCon Gelände und Studium des Vortragsprogramms verbrachte ich meine Zeit hauptsächlich bei den vielen Sponsoren Ständen (größtenteils rekrutierende Firmen) und den Community Projekten (größtenteils Nerds die in ihre Laptops starren).

Community Tische. Bilderechte: Horst JENS, cc-by-sa

Beim Tratschen mit Fachbuchhändlern (u.a. Gerlinde von open source press) interessierte mich (als frischgebackener Kobo E-Reader Besitzer) wie sich die Verkäufe von digitalen Büchern auf das Geschäft mit Papierbüchern auswirken. Fazit: Neben Mantra-artigen Beteuerungen dass es Papierbücher „immer“ geben wird: Papier(druck) verliert, dafür steigen Umsätze aus digitalen Werken. Interessanter Effekt: (Fach)Buchverlage können über ihre Homepage direkt gegen Amazon und Großbuchhändler konkurrieren indem sie Formate anbieten welche die „großen“ nicht anbieten können oder wollen (z.B. DRM-freie pdf oder epub Formate) und (deutschsprachige) Fachbuchverlage können via Internet (digitale) Bücher weltweit verkaufen:

Ein Buchhändler erzählte mir Stolz von Verkäufen nach Dubai, Japan und Chicago – etwas was mit Papierbüchern so gut wie unmöglich gewesen wäre (Zoll, Transport etc). Eine Bestätigung für die im Buch „The World is Flat“ beschriebenen positiven Globalisierungseffekte, siehe auch Buchbesprechung im Biertaucherpodcast 115.


Eingebaute Amazon Werbung. Bitte unbedingt auf dieses Bild klicken und dann das Buch kaufen.

Beim Raum-Zeit-Labor (eine Art Do-it-yourself Community) hatte ich Gelegenheit ein „Slurp“ Getränk zu verkosten; eine Art Schneematsch mit Zuckerwasser.

Slurp (oder so ähnlich: kaltes Zuckerwasser). Bildrechte: Horst JENS, cc-by-sa

Die meiste Zeit verbrachte ich schließlich im Kinderbereich beim Python / Pygame Workshop. Geleitet hat ihn ein 12-jähriger Schüler (zusammen mit seinem Lehrer) und als einer der wenigen Erwachsenen im Raum die python + pygame programmieren konnten war ich sehr willkommen.

Der sehr junge Kursleiter (3. von links) (Bildrechte: Dominik George)

vom Python/Pygame Workshop. (Bildrechte: Horst JENS, cc-by-sa)

Der Kinderbereich war gut organisiert und diente nicht einfach als „Kinderablagerungsstätte“ für Besucher sondern war verknüpft mit einem zweitägigen Freizeitlager für Kinder und Jugendliche, inkl. Übernachtung in Jugendherberge. Die jungen Teilnehmer waren durchgängig 2 Tage auf der Froscon, versuchten ein python/pygame Spiel zu programmieren und nahmen auch am „Social Event“ am Samstag Abend (Party mit Grill, Musik und Bier) teil. In meinen Augen ein sehr gut durchdachtes Konzept, das sicher hohen Organisationsaufwand erforderte.

Die Kinder und Jugendlichen im Python/Pygame Workshop hatten sich -als ich dazukam- schon in Gruppen zusammengefunden und versuchten jeweils ein vorgegebenes Spiel in ein eigenes Spiel Projekt umzuwandeln. Auf allen Computern im Raum war Debian Linux installiert und alle Dateien wurden auf einem gemeinsamen Serverlaufwerk abgespeichert, was verteiltes Arbeiten erleichterte.

Sofern ich beobachten konnte gab es in jeder Gruppe 4 „Rollen“:

  • Programmierer
  • Grafiker
  • Helfer / Zaungast
  • Inaktiv ( Frozen Bubble oder Minecraft spielend)

Die Grafiker hatten zum Teil sehr mit dem Programm Gimp zu kämpfen, welches für sich alleine wahrscheinlich einen eigenen (Kinder) Workshop gerechtfertigt hätte.

Da speziell pygame Programme die unangenehme Eigenschaft haben bei kleinen Fehlern / Änderungen erst einmal gar nicht zu funktionieren und zum Verstehen der Fehlermeldungen Erfahrung notwendig ist kamen meiner Beobachtung nach die Gruppen gut voran die konstant Zugriff auf einen erfahrenen Programmierer hatten.

Wenn nicht das Lernziel (python) im Vordergrund steht sondern das Ergebnis (spielbares Spiel) dann sind andere Tools/Frameworks wie z.B. Scratch für einen kurzen Workshop möglicherweise besser geeignet als Python/Pygame.

Allen Schwierigkeiten zum Trotz konnten alle Gruppen am Sonntag Nachmittag ein spielbares, selbst-programmiertes Projekt präsentieren.

Ich nutzte die Zeit für ein Video-Interview mit dem Workshopleiter Eike Tim Jesinghaus und und seinem Lehrer Dominik George (Blog), da mir vor allem die Geschichte wie sie sich kennen lernten sehr gefallen hat:

Fazit: Die Froscon ist eine sehr nette Linuxkonferenz und immer eine Reise wert.

Foto-Album:

Froscon 8 Fotos auf Google+. Bildrechte für alle Fotos in diesem Album: Horst JENS, creative commons, cc-by-sa

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Über Horst JENS

teaching open source game programming to kids
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